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Ich packe meinen Koffer… für ein halbes Jahr

Ein Auslandssemester bringt viel frischen Wind und einmalige Erinnerungen ins Leben. Es bietet dir die Möglichkeit, für eine begrenzte Zeit im Ausland zu leben, eine fremde Kultur kennenzulernen und dabei auch noch auf einer fremden Sprache zu studieren. Aber was brauchst du unbedingt für den langen Aufenthalt im Ausland? Was muss in den Koffer? Was solltest du auf jeden Fall mitnehmen?

Mit einem bleischweren Rucksack und einer zusätzlichen Umhängetasche über den Schultern, einer Jacke unter dem Arm und zwei unhandlichen Koffern, schleppe ich mich in Richtung des riesigen Gebäudes. Terminal 2. Die Menschen um mich herum sind hektisch, ein kleines Mädchen mit Bommelmütze weint, eine alte Dame winkt ein letztes Mal rührselig einem betagten Mann zu. Meine Koffer rollen in durchdringenden klackernden Lauten hinter mir her, die ich selbst nicht richtig wahrnehme, dafür bin ich zu sehr in meinen Gedanken versunken. Was kommt auf mich zu? Werde ich den richtigen Weg finden? Habe ich etwas vergessen? Was braucht man für ein halbes Jahr?

Vor etwa einem Jahr war ich inmitten der Planungen meines Auslandssemesters und verzweifelte an dem Versuch mein Würzburger Leben in meine Koffer zu quetschen. Wie sollte das gehen? Was ist wirklich wichtig und was kann guten Gewissens zu Hause bleiben? Wenn man nur einmal kurz googelt, findet man zwar unzählige Packlisten für das Auslandssemester, diese sind oftmals auch unglaublich hilfreich. Trotzdem hat man nach dem Auslandssemester eigene Packerfahrung gesammelt und spätestens, wenn man auch alle Mitbringsel und Souvenirs erfolgreich in den Koffer für den Rückflug verstaut hat, kann man ganz gut beurteilen, was wirklich wichtig ist und was getrost zu Hause bleiben kann. Deshalb möchte ich an die wichtigen Dinge erinnern und zusätzliche Tipps geben, was im Auslandssemester hilfreich sein kann.

Weniger ist mehr – außer bei Dokumenten

Das größte Problem beim Packen ist, die begrenzte Kapazität mit dem Notwendigsten zu füllen. Gerade bei Kleidung ist es oft schwierig, sich festzulegen und nicht den ganzen Kleiderschrank einzupacken. Generell empfiehlt sich: Weniger ist mehr – außer bei Dokumenten. Ein paar fehlende T-Shirts könnt ihr auch im Ausland nachkaufen, schwierig wird es fehlende Dokumente nachträglich zu bekommen. Zu den wichtigen Dokumenten zählen: Personalausweis, Führerschein, Impfausweis, Immatrikulationsbescheinigung, Einladungsschreiben der ausländischen Uni, Flug- und Bahntickets. Außerdem solltet ihr euch Gedanken über eine ausländische Zusatzkrankenversicherung machen und gegebenenfalls den Nachweis darüber einpacken. Als letztes ist es hilfreich, die Namen und Nummern der wichtigsten Ansprechpartner an der Uni zu notieren, sich vorher über den Weg zu informieren, eine Wegbeschreibung auszudrucken und Hotel- oder Hostelunterlagen mitzunehmen.

Finanzielles – vorher informieren

Bevor es ins Ausland geht, solltet ihr darauf achten, dass ihr auch im Ausland Zugriff auf eure Konten habt. Dieser Tipp scheint banal, aber ein Erasmuskommilitone hat tatsächlich vergessen, sich ein Online Banking Konto einrichten zu lassen, und hatte am Anfang des Auslandssemesters dadurch viel Stress. Je nachdem, in welches Land es geht und wie lange ihr dort studieren wollt, solltet ihr euch außerdem überlegen, ob es sich lohnt im Ausland ein Konto zu eröffnen. In vielen Ländern ist das für einen kurzen Zeitraum nicht notwendig, das ist allerdings etwas länderspezifisch. In manchen Ländern wird fast ausschließlich mit Kreditkarte bezahlt, Bargeld ist eher ungewöhnlich und kann manchmal auch gar nicht angenommen werden. Es empfiehlt sich für die Reise auch erste ausländische Währung in die Geldbörse zu packen. Unbedingt ins Gepäck sollte außerdem ein Tan-Generator, am besten mit Ersatzbatterie.

Etwas Vertrautes – Heimat einpacken

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einem ein Stückchen Geborgenheit und das Gefühl der Heimat geben. Ich war damals überglücklich, als ich mein neues Zimmer gleich zu Beginn mit Fotos von meinen Liebsten und einer kleinen LED-Lichterkette dekorieren konnte, aber das ist natürlich ziemlich individuell. Ihr könnt auch euer Lieblingskuscheltier, Poster, oder auch das Lieblingsparfum einpacken. Das alles erleichtert es einem, sich in der Anfangszeit zurechtzufinden und das eigene Zimmer erscheint von Anfang an gemütlicher. Ihr sollte auch daran denken, dass manche Produkte im Ausland gar nicht angeboten werden. Die meisten vermissen im Ausland deutsches Brot oder Müsli. Dafür gibt es zwar leider nicht viel Kapazität im Koffer, aber das eignet sich super als Mitbringsel, wenn ihr im Ausland von Freunden oder Familie Besuch bekommt.

Nicht vergessen

Manches erleichtert einem das Leben im Ausland oder auch das Zusammenleben im Studentenwohnheim. Nicht vergessen solltest du: Stromadapter, Ladekabel für sämtliche elektrischen Geräte und eventuell noch eine Verteilersteckdose. Was außerdem immer besonders ärgerlich ist, wenn man sie einmal für eine längere Fahrt vergisst: Kopfhörer.

Auch ein Vorhängeschloss kann sehr nützlich sein. Wichtige Medikamente und zum Beispiel Kontaktlinsen sollten im notwendigen Umfang eingepackt werden. Eine Reiseapotheke und vor allem Ohropax gehören in den Koffer. Zu guter Letzt, solltest du auch an die ausländische Uni denken und einen Taschenrechner einpacken, Papier und Stifte und eventuell noch ein Tagebuch. Es kann wirklich wertvoll sein, von einer aufregenden Zeit ein Tagebuch zu besitzen. Manchmal vermisst man das fremde Land, das einem doch vertraut geworden ist. In solchen Momenten blättere ich gerne ein bisschen durch mein Tagebuch und sofort fühlen sich die Erinnerungen wieder ganz lebendig an und das einst fremde Land ist einem wieder ganz nahe.

Hast du erst einmal alles gepackt, dann geht es meistens los mit dem Gedankenkreisen und der inneren Stimme, die fragt, ob man auch wirklich alles eingepackt hat. Es ist hilfreich, frühzeitig zu planen, was man mitnehmen möchte und rechtzeitig alle Kleidungsstücke zu waschen. Außerdem kann es helfen, auch schon Wochen vorher eine Liste zu schreiben und diese immer wieder zu ergänzen, wenn einem plötzlich etwas Wichtiges einfällt. Trotzdem ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und das Auslandssemester auf sich zukommen zu lassen. Man kann sich nämlich nicht auf jede Situation vorbereiten und die allermeisten Sachen, die man vergessen könnte, kann man auch im Ausland nachkaufen oder sich von Kommilitonen leihen.

 

Sarah Urbanski

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